2022-Prag-Budapest-Tag 5 nach Wien

vonZnojmo
nachWien
↔ 93km ⬆ 480Hm ⬇ 600Hm 20 Grad sonnig
🛌🏻
Superbude Wien Prater
Perspektivstraße 8
Leopoldstadt
1020 Wien
Österreich
142€ für Drei

Wir werden mit Sonnenschein geweckt – endlich scheint das Sauwetter ein Ende zu haben. Trotzdem starten wir nochmal mit wärmender Jacke. Auf ruhigen Straßen bewegen wir uns auf die österreichische Grenze zu. Diese überqueren wir an einem unscheinbaren Hügel, der zwischen Jaroslawice/Joslowitz und Zwingendorf in Österreich liegt. An der Grenze wird der Vertreibung der Sudentendeutschen aus diesem Gebiet durch die Benes-Dekrete gedacht.

österreichische Grenze zwischen Jaroslawice/Joslowitz und Zwingendorf

Über die Straße, die wir heute so friedlich dahinradeln, sind 1945 die Menschen mit ihren Leiterwagen in eine ungewisse Zukunft gezogen. Sie waren Spielball der großen politischen Mächte und wurden in alle Welt zerstreut. Jahrhundertealte Traditionen wurden kurzerhand zerstört – die Zeche für den deutschen Angriffskrieg wurde von Deutschen bezahlt ohne deren persönliche Schuld zu bewerten.

In Österreich gab es endlich Sonne. Sogleich fuhren wir leichter durch das Land. In Großmugel gab es den ersten Bäcker. Wir spazierten durch die Tür und lernten sofort die hiesige Gastfreundschaft kennen. Am Tisch saßen – Montag mittags – drei ältere Herren – teilweise mit ordentlich frisierten Kaiserbärten und spielten mit ihren abgegriffenen Karten. Die Inhaberin verstand uns kaum und wir sie ebenfalls schlecht – also schickte sie Ihre Tochter mit der alles sofort reibungslos funktionierte. Sie servierte Linsen mit Speck und einem großen Knödel. Sie erklärte uns die Unterschiede der gängigsten österreichischen Kaffees und legte Wert auf die Feststellung, dass es in D keinen ordentlichen Kaffee gibt. Nun ja – Klischees eben.

Wien in Sicht

Ein wenig wellte es noch – aber schon war Wien in Sicht. Es ging 16km die Donau entlang. Die Dichte der Radfahrer nahm sofort zu – das ganze hatte etwas von Elberadweg. Schon klar – das ist der Donau-Radweg!

In Wien übernachten wir in der Superbude – ein originelles Hostel/Hotel. Selten haben Hotelname und Realität so genau zusammengepasst. Im Zimmer finden sich eine Gitarre, eine Ukulele ein ganzer Schrank voller Kassetten sowie ein funktionierendes Abspielgerät.

Wir raffen uns auf und spazieren über den Prater in die Innenstadt. Der erste Stopp ist in einem Café – es wird Mozarttorte und Sachertorte mit ordentlich Sahne serviert. Am Stephansdom geben wir uns 45min für die Stadterkundung – ich laufe so viel wie möglich ab und sehe die Wiener Staatsoper, den Burggarten und die Wiener Burg – die Peterskirche und den Neuen Markt.

Beeindruckend ist die Pestsäule (Dreifaltigkeitssäule), die bereits 1679 errichtet wurde und auch während der Coronazeit in den Jahren 2020-22 großen Zulauf verzeichnete.

Pestsäule

In einer Seitengasse lassen wir uns nieder und lassen uns bewirten. Danach ging es zurück über den nächtlichen Prater in die Superbude, wo wir mit Plänen für eine Fortsetzung unsere Tour nach Istanbul beschäftigt sind.

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