USA / Welt

Folge 15 Seattle – die attraktivste Stadt im Westen

Einen Tag lang besuchen wir Seattle. Die Stadt ist schön und vermittelt zudem ein sicheres Gefühl. Sie zählt mittlerweile auch für die Amerikaner zu den attraktivsten Wohngegenden an der Westküste. Wir finden ein schönes Hostel am Broadway. Das Parkplatzproblem ist hier allerdings genau so groß wie unser Waaagen lang ist. Schließlich finden wir einen kostenlosen Platz etwa 15 Fußminuten von der Unterkunft entfernt. Wir erkunden Seattle zu Fuß.

Experience Music Project – das Rockmusik-Museum

Ein Highlight ist das Experience Music Project, ein Museum der Rockmusik, das erst am 23.06.2000 eröffnet wurde. Alles ist brandneu, der Eintrittspreis mit 20 Dollar entsprechend hoch. Die Ausstellung ist interessant, aber auch sehr amerikalastig.

Kein Wort wird über die Beatles verloren. Immerhin hat es Eric Clapton zu einer eigenen Tafel gebracht. Gezeigt wird unter anderem eine Ausstellung zu Meilensteinen der Rockmusik in den letzten 60 Jahren. Sie startet beim Swing der 40er, führt über Rock ´n Roll der 50er, Elvis und Chuck Berry, die Musikrevolution Ende der 60er mit Dylan & Co. bis zur Musik der heutigen Zeit mit Grunge, Punk und HipHop. Alle Musikstile werden beleuchtet.

Dem amerikanischen Nordwesten im Allgemeinen und Seattle im Besonderen sind eigene Ausstellungen gewidmet. Nirvana steht dabei ganz oben. James Brown mit seiner Soul- und Funkmusik wird ebenfalls breiter Raum eingeräumt. Wir setzen uns in ein Kino und fliegen auf sich im Rhythmus bewegenden Sitzen durch Raum und Zeit aller möglichen Musikstile.

Man kann sich auch selbst betätigen und beispielsweise alle möglichen Instrumente ausprobieren. Der Laie bekommt dabei computergestützte Anleitung. Mit dieser Hilfe ist es sogar mir möglich, einige bekannte Riffs auf einer Bassgitarre zu spielen.

Man kann sich auch auf die Bühne stellen und die Konzertatmosphäre aus Sicht des Künstlers erleben. Wir verzichten. Das ist doch zu albern, zumal alles aufgezeichnet wird.

Es ist auch interessant, wie man dem Besucher die Unmengen an Fakten anbietet. Am Eingang bekommt man einen kleinen Computer, Kopfhörer und eine Fernbedienung mit Display ausgehändigt. An vielen Ausstellungstafeln ist ein Kopfhörersymbol angebracht. Wenn man die Fernbedienung auf das Symbol richtet, bekommt der Computer mitgeteilt, welche Informationen er liefern soll. Über einen bestimmten Ausstellungsgegenstand wird dann in Bild und Ton berichtet.

Als Besucher erhält man nur so viel, wie man will. So kann man die vielen Informationen filtern. Will man hier alles sehen, reicht ein Tag nicht. Wünschenswert wäre noch eine Übersetzung des Computermaterials in andere Sprachen. Aber ob das die US-Amerikaner für sinnvoll erachten? In Alcatraz hat man ja gesehen, dass es möglich ist. Nun, das Museum hier ist schließlich noch jung und hat Steigerungsmöglichkeiten.

The Needle und Olympia beeindrucken uns

Es gibt noch vieles andere Sehenswerte in dieser Stadt. Der Needle ist ein futuristisch anmutender Turm, der zur Weltausstellung eröffnet wurde und von dem man einen Rundblick über die gesamte Stadt hat.

The Needle

Ich hätte gern auch an den Führungen von Boeing und Microsoft teilgenommen. Diese Firmen haben den Nordwesten zu einer ernstzunehmenden Wirtschaftsregion der USA gemacht. Aber man kann nicht alles haben.

Am Abend gehen wir essen. Fisch soll hier besonders schmackhaft sein. Es dauert eine Zeit, bis wir ein Lokal gefunden haben, das unseren Vorstellungen entspricht. Doch die Suche lohnt sich. Das Essen ist schmackhaft und das Bier gut. Im Fernsehen läuft gerade die Eröffnung der Olympischen Spiele in Sydney. Korea läuft mit einer gemeinsamen Mannschaft ein. Zwei Bannerträger werden mit Standing Ovations begrüßt. Die deutsche Fahne wird von Birgit Fischer getragen. Die ostdeutsche Kanutin steht vor ihrer fünften Olympiade und ist ein Symbol für das vereinigte Deutschland. Kathy Freeman, eine Aborigine, entzündet das olympische Feuer. Diese Zeichen geben Hoffnung für das neue Jahrtausend.


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