Folge 16 Vancouver – Wir bekommen Gesellschaft

Nach über sieben Wochen in den Vereinigten Staaten verlassen wir vorerst das Land des Hauens und Stechens und gelangen nach Kanada.

Vancouver ist unser erstes Ziel, denn hier erwarten wir „Verstärkung“. An der Grenze gibt es keine Probleme. In Richmond, einem Vorort von Vancouver, reservieren wir in einem Visitor Center ein Hostel in Down Town. Wie sich später herausstellt, sollten wir mitten im Rotlichtviertel landen. Wir räumen unser Auto aus, heben die ersten kanadischen Dollar ab und fahren zum Flughafen. Dort müssen wir feststellen, dass die Maschine mit unserer Verstärkung aus London über fünf Stunden Verspätung hat. Statt um 18 Uhr soll sie nun erst nach 23 Uhr landen. In einem Café unweit des Flughafens nutzen wir die Zeit zum Karten- und Tagebuch-Schreiben.

Wir sind pünktlich am Flughafen, um Anja und Martin mit den drei (!! yippi-yeah – einer ist für uns!!) Rucksäcken in Empfang zu nehmen. Als erstes müssen wir in Bautzen anrufen, um die glückliche Ankunft der beiden unseren Eltern zu vermelden. Leider funktionieren US – Telefonkarten nicht in Kanada. So haben wir die Aufgabe, nachts um zwei eine neue Telefonkarte zu besorgen. Wir meistern auch das.

Für großes Hallo sorgt natürlich die erste gemeinsame Fahrt mit Charlie. Martin ist schon beim Ausparken geflasht. Wir sind der festen Meinung, dass nun keine Reparatur mehr folgen wird. Wir sind ausgeruht und haben so viel zu erzählen – bei Anja und Martin verhält es sich genau andersherum – diese Anreise und die vorherige Vorbereitung auf die Abreise hat sie fertig gemacht. Sie haben in den letzten Tagen kaum geschlafen. Anja hat bis zum vorletzten Tag sogar noch gearbeitet und sieht dementsprechend zerstört aus. So überkommt sie alsbald der Schlaf. Unser Mitteilungsbedürfnis muss noch etwas gezähmt werden.

Vancouver Down Town

Am nächsten Tag besichtigen wir den kleinen Altstadtkern Vancouvers. Eine besondere Attraktion ist eine dampfbetriebene Uhr, die jeweils zur vollen Stunde mit ihren Pfeifen die Melodie von Big Ben spielt. Unweit davon steht der Stadtgründer Gassy Jack auf einem Whisky–Fass. Das Wetter spielt nicht so richtig mit. Es ist kühl und regnet leicht. Wir beschließen, den Stadtbummel abzubrechen. In Nordvancouver gibt es einen Leuchtturm, den man zu Fuß erreichen kann. Das ist genau die richtige Tour für heute. Wir können uns über Neuigkeiten aus der Heimat unterhalten und nebenbei die frische Luft genießen. Anschließend verlassen wir die Stadt. Wir übernachten auf einem Zeltplatz. Die 18 Dollar Gebühr gehen ja nun durch vier. Welch ein Labsal für die Reisekasse. Der Abend wird kurz, denn Anja und Martin sind immer noch recht müde.

Wir wollen Luftholen in der Natur Kanadas

Wir lassen uns Zeit, ordnen unsere Sachen, begutachten alles, was sich im neuen Rucksack aus der Heimat befindet. Gegen Mittag fahren wir los. Es geht ganz schön in die Berge – 180 km auf kurvenreicher Strecke. Doch Charlie hält durch. Er will auf die Neuankömmlinge einen guten Eindruck machen – immerhin beteiligen sie sich an seinen Anschaffungskosten – sehr löblich – von beiden Seiten!

Hinter Whistler, einem teuren Wintersportort, liegt Cache Creek. Wir fragen einen Bauern nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Er hat zwar genügend Platz, lehnt aber trotzdem ab, weil er am nächsten Morgen um 5 Uhr sein Grundstück verlassen will. Er hat aber einen guten Tipp für uns. Etwa 10 km weiter, direkt neben der Straße finden wir einen Platz zum Zelten. Wir suchen Holz und sitzen noch eine Weile am Feuer.

Leider stören Trucks, die von einer nahegelegenen Fabrik kommen und auf der Straße vorbeidonnern, unsere Nachtruhe. Deshalb beginnt der nächste Tag recht zeitig. Wir erwärmen uns durch Frühsport und erfrischen uns im Bach, der neben unserem Rastplatz fließt. Die Neureisenden versprühen schon deutlich mehr Energie. Besonders Anja animiert uns zu zackigem Sport rund um unsere Zelte.

Herrliche Landschaften verstärken das Gefühl eines Neustarts unserer Reise. Wir passieren Kamloops und gelangen zum Adams Lake.


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