2023-Budapest-Belgrad-Tag 6&7 nach Timişoara

vonMokrin
nachTimişoara
↔ 96,2km ⬆ 170Hm ⬇ 160Hm
🛌🏻
Pension Casa Leone,
Eroilor de la Tisa 67,
300562 Timişoara
Rumänien

Nach einem ausgiebigen Frühstück (Spiegelei, Brot & Käse) satteln wir gegen 09:30 auf. Nach einer knappen Stunde sind wir schon an der Grenze nach Rumänien.

Alles ist komplett flach – die Straßen führen uns schnurgerade in unser nächstes Land. Der Asphalt ist perfekt, kaum Autos sind unterwegs – es ist Sonntag und die Sonne scheint heiß, fast im Zenit. Richtungsänderungen gibt es gefühlt nur alle dreißig Minuten.

In Jimbola holen wir rumänische Lei aus dem Automat und essen Eis.

In Bobda werden wir von einer alten verfallenen Kathedrale mit morbidem Charme überrascht. Im Internet finden wir die lesenswerte gruselig-spannende Geschichte des Bauwerks.

Es geht weiter in Richtung Temeschwar / Timișoara. 15 Kilometer vor dem Ziel beginnt ein Radweg in die Stadt. Am Anfang des Radweges findet gerade ein Familienfest mit einigen Hundert Menschen statt – wir sitzen unter Olivienbäumen und genießen einen Kaffee.

Die Stadteinfahrt nach Timișoara ist verkehrstechnisch anstrengend – es geht zwar lange am Fluss Bega entlang, aber man muss sehr aufmerksam sein.

Die Gastgeberin unserer Pension empfängt uns in perfektem Deutsch – die Zimmer sind großzügig und sauber – sogar einen Balkon haben wir. Abends finden wir ein schönes Restaurant.

Am nächsten Tag genießen wir den Ruhetag in Timișoara. Wir flanieren über die barocken Plätze der Stadt und besichtigen eine Gedenkstätte zur Revolution 1989. Innerhalb von einer Woche hat man hier in Rumänien, ausgehend von Timișoara, das alte Regime gestürzt. Am 15.12.1989, ausgelöst durch die Verhaftung eines Pastors aus Timișoara, erhob sich das Volk. Es gab Dutzende Tote (unter ihnen Kinder und Frauen) als Nicolae Ceaușescu den Einsatz von Waffengewalt befahl. Am 20.12.1989 rief man Timișoara als erste freie Stadt des Landes aus und bereits am 25.12.1989 wurde Ceaucescu mit seiner Frau in Bukarest nach einem Prozess, der gerade einmal 1 Stunde und 20 Minuten dauerte, nur 5 Minuten nach Prozessende hingerichtet.

Die Plätze sind sehr belebt – die Stadt ist aktuelle Kulturhauptstadt Europas – Ausstellungen sieht man allerorts. Wir setzen uns jedoch nicht unter Druck und machen einen echten Ruhetag daraus. Empfehlen kann ich einen gut geschriebenen Beitrag aus der „Siebenbürgische Zeitung“.

Abends finden wir ein tolles Lokal direkt neben der Timișoara Brauerei. Das Bier wird per Direktleitung übertragen und geht somit nie aus. Wir treffen einen ehemaligen serbischen Fußballer, der in der Jugendnationalmannschaft Rumäniens gespielt hat. Er hat bei der U21-WM vor einigen Jahren gegen Deutschland mit 1:4 verloren. Luca Waldschmidt ist ihm dabei als personifizierter Albtraum besonders in Erinnerung geblieben. Er erzählt uns einiges über Rumänien und die Korruption im Jugendfußball.

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