Goldsteig – Tag 2 – im Land der Tausend Teiche

vonFriedenfels
nachFalkenberg
↔ 19km ⬆ 110Hm ⬇ 180Hm
🛌🏻 Gasthof zum Goldenen Stern für 41€

Ich verlasse Friedenfels nach einem Abstecher auf den örtlichen Waldfriedhof wo der Herr Baron alle seine Vorfahren der letzten 200 Jahre besuchen kann. Wirklich idyllisch gelegen – aber irgendwie zu viel Adel.

Kurz darauf stehe ich vor einer 350jährigen Buche – beeindruckend.

die 350jährige Buche

Es dauert nicht lange und ich erreiche das Land der Tausend Teiche – die Tischenreuther Teichpfanne. Seit dem 12. Jahrhundert wurden hier insgesamt 4.700 Teiche angelegt. Man wandert lange Zeit zwischen den Teichen hindurch. Es sind nur schmale Wiesenstreifen, die die Seen voneinander trennen.

Tischenreuther Teichpfanne

Am Bahnübergang muss man den Bahn-Mitarbeiter anrufen und fragen, ob er vielleicht die Schranke öffnen könnte – alles ist hier noch sehr analog.

Ein Reh steht mitten auf dem Weg und blickt mich herausfordernd an. Schwupps ist es wieder weg – wahrscheinlich hat es schon schlechte Erfahrung mit Zweibeinern gemacht.

Es setzt Dauerregen ein und es sind vielleicht fünf Grad. Beim Radfahren wäre jetzt der Spaß vorbei. Beim Wandern stört das Wetter kaum.

Kurz vor Falkenberg hole ich die beiden älteren Wanderer von gestern wieder ein. In Falkenberg treffen wir auf zwei weitere Goldsteigwanderer mit denen wir uns austauschen. Das sind die einzigen Menschen, die ich heute treffe.

Abends bestelle ich im lokalen Wirtshaus Zoigl. Das ist ein untergäriges, ungefiltertes und nicht behandeltes Bier, das in örtlichen Kommunbrauhäusern (noch mit Holzfeuerung) nach dem Bayerischen Reinheitsgebot hergestellt wird. In dem Wirtshaus sitzen am Montag-Abend etwa 30 Männer und zwei Frauen. Der halbe Liter kostet 1,90 € – die üppige Brotzeit 4,80 €. Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.

Die Füße tun weh – das erste Blasenpflaster wird angelegt.

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