die Stimmung ist sehr gelöst, der Trainer drückt ein Auge zu

2026 Kiel – Moers Tag 1

vonKiel
nachFlensburg
↔ 80,5km ⬆ 330Hm ⬇ 330Hm
🛌🏻
Anreisetag:
Hotel Catharinenberg,
Hamburger Chaussee 21,
24113 Molfsee

Tag 1
Fewo „Über den Dächern von Flensburg“,
Mürwiker Straße 187,
24944 Flensburg

Die Fortsetzung unserer Deutschlandumrundung

Bereits 2020/2021 starteten wir in Dresden eine Deutschlandumrundung. Es war die Zeit der Corona-Pandemie: Wir durften tatsächlich nicht ins Ausland reisen und suchten nach einer Alternative. Was lag näher, als die Dimensionen und die unterschiedlichen Landstriche der eigenen Heimat zu erkunden? 2020 führte uns die Tour von Dresden über Bautzen nach Görlitz und dann immer entlang von Oder und Neiße bis an die Ostsee nach Ahlbeck. Ein Jahr später fuhren wir über Usedom und Rügen entlang der gesamten deutschen Ostseeküste bis nach Kiel. Ein Abstecher nach Fehmarn durfte dabei nicht fehlen. Danach parkten wir die Idee der Umrundung – in Erwartung einer neuen Pandemie oder sonstiger äußerer Umstände, die uns am Verlassen unseres Landes hindern könnten. In den Folgejahren fuhren wir über den Balkan nach Istanbul, und nach der Monster-(Auto-)Tour im letzten Jahr erinnerten wir uns an ein Projekt, das ruhte. Wenn man etwas beginnt, muss man es auch zu Ende bringen.

Nun also Norddeutschland. Die Fahrt mit Haikos Ford von Leipzig über Dresden nach Kiel verlief problemlos, dauerte aber eben einen ganzen Tag. Bei herrlichem Frühlingswetter erreichten wir Kiel und verbrachten einen schönen Startabend – schwelgend in vergangenen Erlebnissen, bei einem preiswerten Penny-Salat und einigen Urquells. Das gut ausgesuchte Hotel hatte leider Ruhetag, da am Vortag der Tanz in den Mai stattgefunden hatte, bei dem das Personal dringend gebraucht worden war.

Das Frühstück war für Hotelverhältnisse super, und die Sonne strahlte warm und vielversprechend. Kurz hinter Kiel konfigurierten wir also unsere Maschinen. Hendrik fährt immer noch seinen roten Renner, der schon halb Europa gesehen hat. Meine Hightech-Maschine von Bianchi zeigte dagegen ein paar Schwächen: Statt den Akku zu laden, hatte ich es offensichtlich geschafft, ihn zu entladen. Da keine Zeit für eine Probefahrt gewesen war, musste ich nun die Folgen tragen. Ein Schalten auf das große Blatt war nicht möglich – also machte ich heute die Nähmaschine. Auch wenn ich anfangs noch sehr positive Argumente dafür fand, spürte ich bald die gravierenden Nachteile.

Gewichtstechnisch haben wir uns wieder angenähert – was der eine abgespeckt hat, hat der andere wieder draufbekommen –, sodass sich die Kräfteverhältnisse wieder einmal umgekehrt haben, sehr zu meinem Nachteil. Aber natürlich passen wir nach wie vor gut zusammen, und deshalb freuen wir uns auf die gemeinsamen neun Radtage bis Moers. Dort wohnt Kai, den wir in diesem Jahr besuchen wollen.

Es rollte heute hervorragend: wunderbar warm, kein Wind, tolle Radwege – eine regelrechte Genusstour.

Den Abend verbrachten wir über den Dächern von Flensburg in einer Ferienwohnung auf einem ehemaligen Bunker. Die Gastgeber wohnen gleich nebenan und sind friesisch herb. Wir füllten unsere Bäuche beim Griechen um die Ecke und wurden an den Tisch einer 64-jährigen Baden-Württembergerin gesetzt. Sie ging auf unsere (Herren-)Witze ein, und so wurde es ein angenehmer Abend.

Das Problem an meinem Fahrrad ließ sich durch Aufladen überraschend einfach lösen – ich habe dafür Haikos Powerbank in einem einzigen Zug leer gemacht – sowas nennt man wohl Durst. Einem neuen Tag steht also nichts mehr im Wege.

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