Goldsteig – Tag 6 – vom Coronablues und Mäuselöchern

vonLeuchtenberg
nachTännesberg
↔ 23km ⬆ 660Hm ⬇ 590Hm
🛌🏻 Hotel Wurzer für 60€ p.P.
🚂 Leipzig -> Weiden i.d.O. für 34,70€ p.P.
🚕 Taxi von Weiden i.d.O. nach Leuchtenberg für 26€

Den zweiten Teil des Goldsteiges werde ich nicht als Alleinwanderer bestreiten. Ich werde von Volker, meinem langjährigen Freund begleitet, mit dem ich schon viele Schlachten geschlagen habe und mit dem ich seit meiner Studienzeit verbunden bin.

Wir bereiteten uns mit großer Akribie gemeinsam auf diese Tour vor. Wirklich jeder Gegenstand der in den Rucksack wandert wird gewogen und in eine Excel-Tabelle eingetragen. Danach minimieren wir soweit es geht die Tragelast. Am Ende habe ich etwa 12 Kilogramm im Rucksack, obwohl ein Zelt, eine Isomatte und ein Schlafsack sowie Wasser und jede Menge Futter und auch ein kleiner hochprozentiger Spaßmacher dazugehören.

In Covid19-Zeiten wissen wir nicht wirklich, was uns in Bayern erwartet. Es gibt strenge Regeln für Übernachtungen und Bewirtungen und wir wollen uns die Unabhängigkeit bewahren – endlich mal wieder im Wald übernachten – das haben wir uns vorgenommen.

In Weiden in der Oberpfalz verlassen wir uns auf einen Rufbus, der allerdings an diesem schönen Pfingstmontag nicht gerufen werden kann. Was bleibt uns anderes übrig als die Dienste eines Taxifahrers in Anspruch zu nehmen – wir sind ja zu zweit, da fallen die Kosten nicht so ins Gewicht – hätten wir die zusätzlichen 15km zu Fuß in Angriff genommen, wäre unser ganzer Plan ins Wanken geraten – außerdem gewinnen wir durch das Taxi etwas Zeit und hören ein paar Hintergründe, wie man hier die Corona-Zeit überstanden hat.

Wir starten in Leuchtenberg an der Burg – genau an dem Ort wo ich vor zwei Jahren aufhörte. Ins Tal der Pfreimd steigen wir ab.

an der Burgruine Leuchtenberg

Auf malerischen Wegen und bei schönstem Frühlingswetter wandern wir den Fluss entlang. Ab und zu treffen wir Tagesausflügler. Freisitze oder Cafés sind alle geschlossen.

Es ist Pfingstmontag und die Leute haben den Coronablues.

Aber die Landschaft und das Wetter entschädigen. Es geht tief ins Tal hinunter und wir wissen, dass das Ende anstrengend wird. 660 Höhenmeter sind kein Pappenstil für uns Bürohengste.

Im Tal der Pfreimd

Der Rucksack drückt auf den Schultern.

Volker entdeckt ein Mäuseloch in jedem seiner Schuhe. Hinterlassenschaften fördert er in jeder Pause zu Tage. Wenigstens werden die Schuhe so leichter.

Der Abend wird durch einen Aufstieg auf den Tännesberg mit atemberaubender 360-Grad-Aussicht gekrönt.

Aber wo übernachten? Nieselregen setzt ein. Tännesberg ist ein beschaulicher Ort. Alles hat geschlossen. Außer das Drei-Sterne-Hotel auf dem Marktplatz. Wir sind die einzigen Gäste und werden mit frischem Bier und einem warmen Gericht fürstlich bewirtet.

Draußen wird es frisch und feucht. Wir sind glücklich, einen entspannten Abend in angenehmer Atmosphäre zu verbringen. Gespannt sind wir auf den nächsten herausfordernden Tag in bayerischen Wäldern.

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