2026 München-Verona Tag 2: von Wolfratshausen nach Jenbach

vonWolfratshausen
nachJenbach
↔ 74km ⬆ 700Hm ⬇ 720Hm
🛌🏻
Da Guggala,
Wiesing 600,
6210 Wiesing,
Österreich

Am Fuße der Alpen

Der Bungalow stellt sich als ideale Schlafmöglichkeit heraus. Als um 8:30 Uhr der Wecker klingelt, bleiben wir noch eine halbe Stunde im Schlafsack liegen. Danach geht es schnell, bis wir die Böcke besteigen. Das Zusammenpacken des Zeltes können wir uns an diesem Morgen schließlich sparen.

Tag 2 beginnt mit einer entspannten Route und angenehmen Bedingungen für Radfahrer. Wir durchqueren die schönen, leicht welligen Landschaften Südbayerns. Nach 10 Kilometern erreichen wir Bad Tölz, ein kleines Nest an der Isar, wo wir frühstücken. Das Mozzarella- bzw. Frischkäsebrötchen wird nicht nur heute zum Hauptbestandteil unseres Frühstücks.

Nach dem Frühstück folgen wir der Isar knapp 40 Kilometer lang. Neben wenigen Fotopausen wird die Fahrt an der Isar nur vom ersten Platten der Tour unterbrochen. Otto muss seinen Reifen flicken. Zu diesem Zeitpunkt ist uns jedoch noch nicht bewusst, was die Ursache der Panne war. Und so bleibt es nicht bei diesem einen Platten …

Der Fahrradweg führt uns daraufhin durch einige Dörfer und Wälder. Nach einem finalen Tunnel kommen wir am Sylvensteinsee an. Nun liegen die Alpen direkt vor uns. Wir biegen jedoch links ab und umgehen zunächst die Riesenberge des Gebirges. Doch man merkt: Es wird immer steiler. Steigungen von bis zu 11 % erwarten uns auf der folgenden, 9 Kilometer langen Bundesstraße. Es wird so steil, dass Kolja und ich zum ersten Mal schieben müssen. Das Gepäck macht sich deutlich bemerkbar. Unser gepunktetes Bergtrikot, Otto, lässt sich die Höhenmeter dagegen kaum anmerken.

Langsam und stetig betreten wir die Alpen. 18 Kilometer vor unserem Ziel erreichen die FahrrAtzen den Achensee – einen ziemlich langen und vor allem kalten See. Letztere Eigenschaft wird deutlich, als wir neben einem Bootsverleih das erste Mal auf unserer Reise baden gehen. Nach ein paar Kopfsprüngen von einem nebenstehenden Steg sind wir auch schon wieder draußen.

Wir fahren weiter – unsere Kräfte sind durch die Anstiege mittlerweile stark geschrumpft. Doch unser Ziel Jenbach liegt im Tal – das wissen wir. Es muss also noch eine Abfahrt kommen. Und die kommt auch – aber wie! Auf 5 Kilometern geht es so steil bergab, dass selbst das Fahren anstrengend ist. Als wir unten ankommen, wird uns klar: So etwas wird es auch noch irgendwann hochgehen.

Wir erreichen in Jenbach den Hof vom Guggala. Der breitgebaute, bullige Mann mit starkem österreichischem Dialekt zeigt uns ein Stück Wiese 300 Meter entfernt hinter einem Maisfeld. Heute heißt es also wirklich Zelten. Der Guggala bietet uns immerhin eine Steckdose zum Laden an. Mit Ottos Doppeladapter können wir über Nacht gleich zwei Geräte laden – das ist wichtig.

Als Nächstes brauchen wir einen Supermarkt. Seit Bad Tölz gab es nichts mehr zu essen. Ziemlich schnell finden wir einen, der allerdings zu klein ist und nicht einmal mehr Brot anbieten kann. Der nächste Lidl befindet sich nicht weit entfernt, aber wir müssten noch einmal eine 11-%-Steigung hinunter. Und was wir runterfahren, müssen wir auch wieder hoch. Trotzdem siegt der Hunger letztendlich.

Das Einkaufen geht schnell von der Hand. Dann gibt es Essen. Für jeden ein großes belegtes Brot. Bevor es komplett dunkel wird, bauen wir noch schnell unser Zelt auf. Otto stellt fest, dass die Luft aus seinem Reifen wieder komplett entwichen ist. Diesmal setzt er einen Ersatzschlauch ein und wir hoffen auf ein Ende der Pannen.

Im Zelt wird der morgige Tag schnell zum Krisenthema. Zwar sind die Kilometer gleich – die Anzahl der Höhenmeter hingegen verdoppelt sich. Morgen soll es auf den Brenner gehen. Das wird hart!

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